Musik-Kinesiologie®: Neue Wege für gestresste Musiker?

Artikel in Kinesiologie Journal der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Kinesiologie, Herbst 2008

Was sind Ursachen für Stress bei Musikern?

Musiker sind auf vielen Ebenen ihrer Ausbildung und ihrer Karriere gestresst. Die Stressursachen finden sich

Aber nicht nur die Berufsmusiker erleben negativen Stress in der Musik. Auch Kinder, Jugendliche und Laienmusiker werden mit Energieblockaden, Lampenfieber und Mangel an Selbstwertgefühl konfrontiert.

Wo bleibt die Lust am Spielen und die Kreativität?

Als Anfangsmotivation steht bei Kindern in den meisten Fällen der eigene Wunsch, ein Instrument zu spielen, weil sie selbst Spaß daran haben und den anderen Menschen Freude machen wollen. Oft spielt auch der Wunsch nach Gemeinschaft eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, später in einem Orchester oder Ensemble mitspielen zu können.
Die oben genannten Stressfaktoren treten aber schon sehr früh auf und beeinträchtigen die Begeisterung der angehenden Musiker. Spätestens wenn der freie Fluss der Lebensenergie blockiert ist und Störungen des körperlichen oder seelischen Befindens auftreten, wenden sich viele Musiker alternativen Methoden zu, um ihre Ausdrucksmöglichkeiten und ihre Kreativität zurück zu gewinnen.
Neben anerkannten alternativen Techniken wie Entspannung, Yoga, Alexander-Technik, Feldenkrais-Methode unter andere bietet heute die Musik-Kinesiologie einen neuen Zugang zum musikalischen Ausdruck und zum täglichen Üben am Instrument.

Was ist Musik-Kinesiologie®?

Die Kinesiologie – oder Lehre der Bewegung und der Lebensenergie – beschäftigt sich mit den energetischen Vorgängen im Körper. Dabei benutzt sie verschiedene Techniken, unter anderen den Muskeltest (1), um Energieblockaden aufzudecken und die so genannte „Balance“, um den Energiefluss zu harmonisieren.
Die Musik-Kinesiologie ist eine ganzheitliche bioenergetische Methode, die von Dr. Rosina Sonnenschmidt und Harald Knauss – beide Berufsmusiker und Kinesiologen – entwickelt worden ist, um die spezifischen Stressbelastungen der Musiker zu bewältigen.
Ist z.B. der Stress bei Auftritten abgelöst, verschwinden die Lernblockaden. Durch die befreite Kreativität entsteht der energetische Dialog zwischen dem Musiker und seinem Instrument sowie zwischen dem Musiker und dem Publikum. Körper, Seele und Geist kommen durch die Entdeckung neuer Potentiale wieder ins Gleichgewicht.

An wen wendet sich die Musik-Kinesiologie®?

Durch ihren sanften und kreativen Umgang mit Problemen wendet sich die Musik-Kinesiologie an Profi- und Laienmusiker aller Altersstufen, wie die folgenden Beispiele aus meiner Praxis zeigen.

Rudolf (9 J.), Geigenschüler:

Ich spiele seit 2 Jahren Geige. Wenn ich mich beim Vorspiel wieder total verspiele, sagt mein Lehrer, dass es keinen Zweck hat, weiter zu machen. Ich habe Angst, es nicht zu schaffen!

Daniela (18 J.), Blockflötistin:

Mehrere Wochen vor dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ wurde ich krank und konnte nicht mehr essen. Als ich dran kam, wurde mir übel und ich kippte um.

Helena (22 J.), Studentin an der Musikhochschule:

Seit einigen Monaten nehme ich Betablocker vor dem Klavierunterricht, weil ich Angst habe zu versagen. Die anderen sind immer viel weiter als ich und ich fühle mich der Sache nicht gewachsen.

Matthias (42 J.), Tenor in einem Vokalensemble:

Ich kann bestimmte Intervalle in den hohen Lagen nicht mehr singen. Ich werde den Beruf wechseln müssen, Musik ist aber mein Leben.

Auch für Musik-Pädagogen, die neue Wege aus der Unterrichtsroutine suchen und ihren Schüler die Energie der Musik übermitteln wollen, ist die Musik-Kinesiologie eine neue Möglichkeit, sich positiv zu motivieren.
In der Musik-Kinesiologie® haben wir die Möglichkeit, Übungen und Entstressungstechniken einzusetzen, bevor der Stress sich aufbaut und manifestiert. Kinesiologische Übungen regen den freien Energiefluss an, so dass der Körper leichter sein durch Stress gestörtes Gleichgewicht wiederherstellen kann.
Prävention ist eine Notwendigkeit für den Musiker selbst, um sein Gleichgewicht und seine Kreativität möglichst lange zu erhalten. Die hierauf verwendete Zeit ist keine verlorene Zeit. Es ist auch eine Notwendigkeit für den Unterrichtenden, um begeistert und motivierend bei seiner Leidenschaft für die Musik zu bleiben, sich ständig fortzubilden und für sich selbst und seine Schüler kreativ zu sein.
In der Musik-Kinesiologie-Ausbildung, die 6 Kurse umfasst, werden viele Themen aus dem Musikerleben erarbeitet: Beziehung zum Instrument, Lampenfieber, Bühnentraining, Kreativität und Motivation, Stress mit der Kritik, energetische Vorbereitung auf ein Probespiel oder Wettbewerb, u. a.

Was bietet die Musik-Kinesiologie®?

Die Musik-Kinesiologie bietet:

Bei Rudolf, der sein Instrument sehr liebt, reicht eine Einzelsitzung, um sein Selbstvertrauen zu stärken. Durch den Muskeltest (1) kann ich ein gestresstes Selbstbild feststellen und anschließend durch die Affirmation „Durch mein Geigenspiel kann ich mich ausdrücken“ balancieren.
Integrationsübungen aus dem Brain-Gym®-Programm (3) – z.B. die Überkreuzbewegung und die liegende Acht – werden ihm helfen, seine Energie, wenn er zu Hause übt und vor dem Vorspiel, zu stärken.

Daniela leidet an einer schwer belastenden Form von Lampenfieber, die ihrem gesundheitlichen Zustand schadet. Mit der Technik „Touch for Health“ (5) teste ich die 14 Meridiane. Nachdem die Energie des Magen-Meridians und des Milz-Pankreas-Meridians – verantwortlich für ihre Übelkeit – gestärkt worden ist, arbeiten wir mit folgender Affirmation: „Ich entfalte mich und bin in Sicherheit, wenn ich Flöte spiele“. Um dieses Ziel in ihrer Musikpraxis zu verankern, visualisiert sie beim Spielen eine Farbe (blau), die sie als sicher empfindet und die ihren musikalischen Ausdruck befreit. Durch die sofort erlebbare Verbesserung ihrer Klangqualität wird sie ermutigt und von der starken Wirkung der energetischen Affirmation überzeugt.

Bei Helena stelle ich durch den Muskeltest fest, dass eine Altersrückführung - im Zusammenhang mit dem Problem „der Sache nicht gewachsen zu sein“ – nötig ist. Als 5. Kind ihrer Familie war sie immer „die Kleine“, die nicht alles schaffte, was die anderen Geschwister – alle Musiker – konnten.
In der emotionalen Stressablösung (4) sieht sie sich im Alter von 7 Jahren bei einer Bergwanderung. Sie versucht mit viel Anstrengung ihren Geschwistern zu folgen, schafft es aber nicht, weil sie zu klein ist. Sie spielt ihre Gefühlslage bei dieser Szene am Klavier, weint dabei ausgiebig und kommt anschließend zu einem positiven Bild: sie wird von ihren Geschwistern zu einer Hütte mit leckerem Kuchen getragen.
Helena ist bewusst, dass die Betablocker keine Lösung für ihr Problem darstellen. Als Kinesiologin kann ich ihr allerdings nicht empfehlen, bestimmte Medikamente einzunehmen oder abzusetzen. Ich kann ihr nur assistieren und Impulse setzen, bis sie die Entstressung vollzogen hat und ihre Verantwortung über sich selbst wieder übernehmen kann, indem sie sich ihre Lösungen selbst erschafft.

Als Matthias von seinem Intervallproblem berichtet, schlage ich ihm vor, das Intervallbarometer zu testen. Dabei stelle ich Stress mit der Quarte fest. Während der emotionalen Stressablösung (4) wird die Quarte mit ihren spezifischen emotionalen Qualitäten eingesetzt. Es kostet ihn zuerst sehr viel Mühe, dieses Intervall zu singen, bis er dank des Symbols des Baumstammes – durch den Muskeltest ermittelt - eine Vision der Festigkeit seiner Sängerkarriere integrieren kann. Er zeichnet mit viel Sorgfalt ein Bild von diesem Baum und nimmt es mit nach Hause: es wird ihm vor den Konzerten als „energetisches Konzentrat“ helfen.

Die Werkzeuge der Kinesiologie:

  1. Durch den Muskeltest – leichtes Drücken z. B. auf den Delta-Muskel – erhalten wir Auskunft, ob ein Stress vorliegt oder nicht und dadurch die Lebensenergie herabgesetzt wird. Der Körper antwortet mit einem starken Muskel (kein Stress) oder einen schwachen Muskel (Stress) und gibt außerdem bekannt, welche Korrektur angewendet werden soll.
  2. Die Altersrückführung ist eine Art Gedächtnisreise, in der wir uns einen vergangenen Stress anschauen und ihn lösen.
  3. Die Integrationsübungen – auch in der Edu-Kinestetik (Brain-Gym®) durchgeführt – dienen dazu, die Harmonie zwischen linkem und rechten, zwischen vorderem und hinterem Gehirn zu erlangen. Diese Integration ist dafür verantwortlich, dass man besser lernt.
  4. Bei der emotionalen Stressablösung berührt der Kinesiologe bestimmte Reflexpunkte am Vorder- und Hinterkopf der Testperson. Damit werden die Gehirnbereiche aktiviert, die für bewusstes Denken (vorne) und visuelles Gedächtnis (hinten) ohne Emotion zuständig sind. So wird das vorhandene Problem anders „beleuchtet“ und außerdem werden neue Wege für neue Lösungen entdeckt.
  5. In der Touch for Health-Technik – als Basis der Kinesiologie weltweit verbreitet – werden 14 Muskeln getestet, die mit den 14 Akupunkturmeridianen korrespondieren. Durch entsprechende Korrektur wird das Energiegleichgewicht wieder hergestellt.

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